Der Fachkräftemangel schreitet in Deutschland voran. Nicht nur unbeliebte Jobs sind teilweise monatelang unbesetzt, auch das Handwerk leidet unter dem Mangel an Nachwuchs. In etwa 10 Jahren wird jeder fünfte Handwerksmeister einen Nachfolger suchen, bisher lässt sich diese Nachfrage kaum decken. Deswegen möchte die Bundesregierung jetzt die Studienabbrecher für das Handwerk gewinnen. Für Firmen sind die “gescheiterten Studenten” attraktiver als neue Auszubildende, erbrachte Studienleistungen werden direkt auf die Ausbildung angerechnet, die Ausbildungszeit würde sich so verkürzen und der Studienabbrecher kann schneller mit dem Arbeiten beginnen.

f_Karriere_neu_jpgEinen Haken hat sich allerdings, bisher stammen fast fünfzig Prozent aller Auszubildenden aus dem Handwerk von Hauptschulen, die für Firmen attraktiveren Studienabbrecher könnten denen, die es ohnehin schon schwer haben, eine Ausbildung zu finden, also zusätzlich das Leben erschweren.

Die Bildungsministerin Johanna Wanka sieht das jedoch anders, will schnellstömglich damit beginnen, den “Kontakt zwischen Kammern, Unternehmen und Studienabbrechern aufzubauen”, so in einem Gespräch mit der Welt am Sonntag. Auch der Zentralverband der deutschen Handwerker zeigt sich optimistisch, räumt den Studienabbrechern “ausgezeichnete Berufschancen” ein.