In der Debatte um Studiengebühren werden von Seite der Studiengebühren-Befürworter oft dieselben Argumente gebracht. Wir haben sie hier aufgelistet!
Akademiker*innen verdienen im Berufsleben besser.
Ja, durchschnittlich tun sie das – sie zahlen aber auch mehr Steuern. Studierende geben mit den Studiengebühren Geld aus, das sie noch nicht besitzen. Die Finanzierung unseres Staates sollte durch die stattfinden, die auch ein Einkommen haben, und das zu dem Zeitpunkt, da sie über das Geld verfügen. Schulden können auch potentiell Studierwillige wie beispielsweise Abiturient*innen, also spätere Akademiker*innen, vom Studium abschrecken! Dies trifft gerade Kinder aus Familien mit geringem Einkommen, die im Schulsystem erwiesenermaßen ohnehin schon benachteiligt sind. Die Erhebung von Studiengebühren verstärkt dieses Problem. Daher sollte es in der Debatte eigentlich darum gehen, wie Kosten und Nutzen staatlicher Bildungseinrichtungen verallgemeinert werden können und wie ein gerechteres Steuersystem geschaffen wird, das auch Spitzenverdiener*innen (ob Akademiker*innen oder Nichtakademiker*innen) zu einer adäquaten Finanzierung öffentlicher Aufgaben heranzieht. Die Entscheidung für oder gegen ein Studium sollte nicht aufgrund finanzieller Anreize getroffen werden, sondern der individuellen freien Entscheidung unterliegen.
Wir zahlen gerne für unser Bildungssystem – aber erst als Steuerzahler*innen!
Studiengebühren verhindern Langzeitstudierende
Das vermeintliche Problem der sogenannten “Langzeitstudierenden” ist ein gestriges. Eng getaktete Bachelor- und Masterstudiengänge lassen kaum Spielräume, was die Studiendauer anbelangt. Das Überschreiten der Regelstudienzeit um zwei Semester hat im Normalfall die Exmatrikulation zur Folge. Ganz unabhängig von Studiengebühren ist die maximale Semesterzahl hierdurch schon sehr stark beschränkt. Unnötig langes Studieren wird mit klar strukturieren Studienplänen sehr gut verhindert; die Studiengebühren sind als weiteres Abschreckungsmittel an dieser Stelle unnötig. Im Gegenteil: die Ursachen, die zu einer Verlängerung des Studiums führen, sind vielfältig und heutzutage meist gerade durch die schlechte finanzielle Situation, beispielsweise bei der Erziehung eigener Kinder, der jeweiligen Studierenden zu begründen. Diese Studierenden sollten finanziell unterstützt werden, anstatt sie weiter zu belasten!
Die Meister-Ausbildung kostet auch.
Ein Unrecht macht ein anderes nicht besser. Es ist falsch, unterschiedliche Interessengemeinschaften gegeneinander auszuspielen. Wer sagt, dass der Meister*innentitel nicht auch kostenfrei sein kann? Ziel muss es sein, die komplette Bildung, von Anfang bis Ende, kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Bildung ist ein gesellschaftliches Gut, das vermehrt wird, indem es verbreitet wird, und nicht, indem man den Zugang zu Bildung einschränkt und das Angebot an Bildungsmöglichkeiten reduziert.
Was nichts kostet, ist nichts wert.
Mit dieser Argumentation wird behauptet, dass die Qualität und die Wertschätzung einer Sache dadurch sichergestellt sind, dass sie kostenpflichtig ist.
Schon die schulische Bildung, die in Deutschland für die Schüler gebührenfrei ist, zeigt, dass Bildungsgebühren nicht zwingend notwendig sind, um Bildung wertzuschätzen. Es ist im Gegenteil unverständlich, warum hier willkürlich zwischen Schul- und Hochschulbildung finanziell unterschieden wird.
Wert ist nicht nur an Geld festzumachen, sondern eben auch an Zeit und Engagement, die in ein Studium gesteckt werden. Die meisten Studierenden haben während ihrer Studienzeit kein nennenswertes eigenes Einkommen, dafür aber – auch ohne die Semesterbeiträge – hohe Lebenshaltungskosten und Ausgaben für Lehrbücher. Besonders in bayerischen Städten müssen hohe Mietpreise in Kauf genommen werden. Eltern investieren auch ohne Studiengebühren sehr viel Geld in das Studium ihrer Kinder – durchschnittlich 552 Euro im Monat ist ihnen die Hochschulbildung ihrer Kinder wert.
Wenn die Qualität der Lehre nur mithilfe von Studiengebühren gewährleistet werden kann, notwendige Ausgaben auf die Familien ausgelagert werden, stellt sich die Frage, wieviel der bayerischen Staatsregierung die Bildung wert ist.
Hallo.
Ich bin eindeutig gegen Studiengebühren. Ich finde sie gehören schon seit ihrer völlig unnötigen Einführung wieder abgeschafft. Die einzigen die sich daran bereichern, sind die Hochschulen. Diese reinvestieren die Einnahmen zu höchstens 10 Prozent!!! Die restlichen Einnahmen wandern in jeglicher Art von Gratifikationen oder Zuwendungen in die eigene Tasche!
Studiengebühren dienen nicht der Verbesserung der Studienbedingungen, sie verschlechtern sie vielmehr. Schüler, Studenten die aus ärmeren Familien kommen, wenig Geld zur Verfügung haben, müssen sehen wie sie sich das Studium überhaupt noch leisten können. Ihr Befürworter, kommt mir jetzt ja nicht mit dem Argument, das Bafög beantragt werden kann. Bis das im 1. Semester kommt, sind die Reserven für das Studium zum Teil schon wieder sehr weit aufgebraucht und die Studiengebühr fürs 2. Semester bereits überwiesen.
Bildung muss für alle zugänglich sein, ohne wenn und aber. Das geht nur wenn sie endlich wieder abgeschafft werden. Das einzige was an der neuerlichen Debatte daran wieder schade ist, ist der Wahlkampf den der Minister der Partei daraus macht, dessen klägliche Versager sie vor Jahren massiv zur Einführung derer gedrängt haben.
Es wird Zeit für eine Änderung in Bayern, es wird Zeit für Rot-Grün!!!
Vielen Dank für deinen Kommentar. Die Gelder aus den Studiengebühren werden von paritätische besetzten Kommissionen aus Studierenden und Lehrenden verwaltet. Hierbei haben die Studierenden immer wieder Ausgaben nicht zugestimmt, allerdings entscheidet bei Pattsituationen der Dekan der Fakultät. Daher wurden die Studierenden immer wieder überstimmt. Auch haben die Universitäten mittlerweile große Restmittel angesammelt, die nur langsam abgebaut werden. Fälle von Veruntreuung wie du sie schilderst sind uns jedoch nicht bekannt und wären auch nur schwer geheimzuhalten, weil jede Ausgabe den Kommissionen vorgelegt werden muss und auch im Verwendungsbericht der Studiengebühren erscheint.
Die Verwendungsberichte der LMU finden sich beispielsweise hier:
http://www.uni-muenchen.de/studium/administratives/gebuehr/studiengebuehren/verwendung/index.html
Ich bin ebenfalls gegen Studiengebühren.
Der Deutsche Staat verdient sowieso schon genug durch Steuereinnahmen, am meisten wohl an den Tankstellen.
Bildung muss kostenfrei sein, da wir keine Rohstoffe im Land haben ist Bildung das wichtigste und darf nicht durch Beschränkungen Menschen verwährt werden.
Also sollten nicht nur Studiengebühren sondern auch solche wie für den Erwerb eines Meistertitels und alle anderen abgeschafft werden und zwar nicht irgendwann sondern sofort.