Die bayerischen Studierenden begrüßen die Aussage von Ministerpräsident Seehofer gegenüber der Augsburger Allgemeinen Zeitung, dass die Frage der Studiengebühren neu geklärt werden muss. Er zeigte sich unzufrieden mit dem Studiengebührenbericht von FDP-Wissenschaftsminister Heubisch im Kabinett und forderte Nachbesserung. Auch die bayerische FDP und deren Landtagsfraktion zeigen sich zunehmend ablehnend gegenüber den Gebühren. Dazu FDP-Fraktionsvorsitzender Hacker gegenüber Spiegel Online: “Wenn der Finanzminister die Finanzierung der Hochschulen sicherstellen kann, können wir die Studiengebühren auf den Prüfstand stellen”. Die Studierendenvertretung der TU-München begrüßt diese neue Diskussionsbereitschaft ausdrücklich, dazu Ari Wugalter, vom AStA der TU München: „Die Studierenden lehnen mit breiter Mehrheit die Studiengebühren ab. Wir freuen uns über den Prozess des Umdenkens in Teilen der Staatsregierung.“ und ergänzt: „Wir werden die Diskussion aufmerksam und konstruktiv begleiten“.
Nachdem Ende März klar war, dass zukünftig nur noch Bayern und Niedersachsen Studiengebühren erheben werden, sendeten die bayerischen Studierendenvertretungen einen offenen Brief zu Studiengebühren an Staatsregierung, Landtagsabgeordnete und Hochschulpräsidenten. Die Argumente des Briefes scheinen nun Gehör gefunden zu haben. Michelle Klein von der LMU Studierendenvertretung legt dar: „Studiengebühren sind ein unsoziales Auslaufmodell. Durch das Festhalten daran isoliert sich Bayern innerhalb von Deutschland vollkommen und gefährdet seinen Zukunft als Wissenschaftsstandort. Erfreulich, dass die Staatsregierung unsere Argumente endlich aufgreift.“
Nun ist es wichtig diese Chance zu nutzen, um einen echten Dialog über die Abschaffung der Studiengebühren zu starten. Das gemeinsame Ziel muss eine Abschaffung der Gebühren mit einer vollen Gegenfinanzierung für die Hochschulen sein. Klein erklärt: „Die Studierenden sind für den Dialog bereit. Wir werden auf Ministerpräsident Seehofer, Fraktionen sowie Parteien zugehen und erwarten Gesprächsbereitschaft ihrerseits“. Eindeutige Aussagen wie die von Miriam Gruß, Generalsekretärin der Bayern FDP, gegenüber der SZ machen Mut: “Wünschenswert wäre es, in einem ersten Schritt noch in dieser Legislaturperiode in Bayern die Studiengebühren abzuschaffen.”
Die Studierendenvertretungen von LMU und TUM sind die offiziellen Vertreter von insgesamt über 75.000 Studierenden. Sie sind stark an der Arbeit der bayerischen Landes-ASten-Konferenz und der Organisation von Protesten gegen die Studiengebühren beteiligt.
Den angesprochenen offenen Brief sowie die zitierten Presseartikel finden Sie unter folgenden Links:
- Süddeutsche Zeitung vom 13.07.2011:
http://www.sueddeutsche.de/bayern/bayerisches-kabinett-seehofer-stellt-studiengebuehren-in-frage-1.1119940
- Spiegel Online vom 13.07.2011:
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,774296,00.html
- Offener Brief der bayerischen Studierendenvertretungen:
http://www.studierendenvertretungen-bayern.de/components/com_remository_files/LAK_OffenerBrief_Studiengebuehren.pdf
Pressemitteilung der Studierendenvertretungen von LMU und TU München vom 14.Juli 2011